Schwarze Drachen Váhyt
5. Spieltag

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Immanschenke zu Váhyt

„Na bitte, es geht doch!“ begann Bordoc ‚der Bär‘ das Gespräch. „Wie ich es Euch gesagt habe, einfach nur draufhauen führt nicht zum Erfolg. Taktisch klug und Defensiv das ist die Devise!“ Teils zustimmendes, teils ablehnendes Gemurmel kam von der Immanauswahl zurück. „Wie wir ja beim letzten Mal beschlossen haben, bleiben wir also vorerst bei dieser taktischen Aufstellung – auch wenn es einigen von Euch nicht gefällt.“ Die Spieler und Spielerinnen sahen ihn ausdruckslos an und Beron Stronzoff zapfte sich gleich noch ein Bier, immerhin gehört im die Taverne, auch wenn er gerne auf dem Platz steht. „Ja du hast ja recht!“ ließ er sich vernehmen „und morgen bei der Übungsstunde können wir gleich noch mal die Konter üben, die sind fast so gut wie ein massiver Angriff, aber halt nur fast.“ Gegen diesen Vorschlag hatte offensichtlich Keiner etwas einzuwenden und so glitt das Thema Imman in den Hintergrund ab und wurde von aktuelleren váhyter Themen verdrängt.

Der Acker glänzte durch den noch überall hängenden Tau im morgendlichen Sonnenschein als die Schwarzen Drache Váhyt festen Schrittes auf Ihr Spielfeld schritten. Wie immer saßen einige Kinder im Schatten der Stadtmauer und wollten der Übungseinheit zusehen. Auch einige hartnäckige Schlachtenbummler waren erschienen um dem wöchentlichen Ritual zu folgen und die Drachen vor dem Spiel noch einmal zu sehen, das große Banner mit dem schwarzen Drachen hatten sie heute jedoch zu Hause gelassen. Dennoch war ein fröhliches „Auf geht’s Drachen auf geht’s“ von den Rängen zu hören als Bordoc in seiner Eigenschaft als Betreuer mit den Konterübungen begann. Die Stürmer durften Laufübungen machen und die Bremser übten die massive Raumdeckung mit der man nun alle Gegner weich kochen wollte. Eine undurchdringliche Mauer, das sollte die Verteidigung der Drachen werden.


 
Rekmehi Merkem – Schwarze Drachen Váhyt 11:4

Obschon der Abend über Merkem bereits hereinbrach, geizte der Herr Praios nicht mit glühenden Sonnenstrahlen und den Akteuren der beiden Haufen aus den Provinzen Rekmehi und Seku Kesen stand schon vor dem Anpfiff dieser Zweitligabegegnung der Schweiß in die Gesichter geschrieben. Als beide Auswahlen sich schnaufend Richtung Immanfeld bewegten, stürmten einige wütende Keke-Wanaq den Platz und weigerten sich, ihn wieder zu verlassen. Als Begründung gaben sie das allseitige Spinnenvorkommen auf der Sportanlage an, denn Spinnentiere werden von vielen der ketzerischen Waldmenschen als heilige Tiere verehrt. Den Zwölfen sei’s gedankt schritten Scha-Da-Maha, Ha-Sche-Towa und Tua-Manar , ihres Zeichens ebenfalls Mitglieder des Keke-Wanaq-Stammes, von der Heimfünfzehn sogleich zur Tat und halfen ihren Stammesbrüdern und -schwestern dabei, die größten Exemplare der lästigen Vielbeiner in Sicherheit zu bringen. Begleitet von dem Murren einiger Spieler, denen die Hitze scheinbar auf das Gemüt geschlagen hatte, pfiff der Unparteiische nur ein halbes Stundenglas später das Spiel also doch noch an. Merkem hatte zunächst deutliche Schwierigkeiten im Spielaufbau, da den Wachteln, wie es beinahe schon zur Gewohnheit geworden ist, ganze acht Kautschukkünstler nicht zur Verfügung standen und sie deshalb bei diesem Aufeinandertreffen nur zwölf Spieler aufbieten konnten. Doch dieser Nachteil wurde durch die Schwarzen Drachen schnell egalisiert. Der Váhyter Birloff machte sich durch einen Schubser gegen Merkems Tarid ibn Bashan bemerkbar und zog damit sowohl den Unmut der Zuschauer als auch eine geringe Strafe auf sich. Thargelia von Teremon erboste sich sehr über den Platzverweis ihres Kameraden und bedeckte den Feldrichter mit einigen würzigen Hasstiraden. Für ihr rüpelhaftes Benehmen ward auch diese Spielerin vom Felde geschickt und muss zudem in den nächsten beiden Spielen auf der Tribüne schmoren. So standen den Gästen also auch nur noch dreizehn Spielerinnen zur Verfügung, während Merkem ob der Verletzung von Tarid ibn Bashan nur noch zu elft antreten musste. Wie gewohnt spielte die Heimtruppe zwar alles andere als zimperlich, doch blieben böswillige oder gesundheitsgefährdende Aktionen, wie man sie sonst von Rekmehi kennt, diesmal aus. Dem Publikum gefiel dieses ungewöhnliche Verhalten ihrer Fünfzehn zunächst überhaupt nicht und so wurden die Rekmehis in der ersten Hälfte mit Pfiffen und Hohn bedacht. Die neue Vorsicht schien zunächst auch nicht zu fruchten, denn die Schwarzen Drachen konnten deshalb befreit aufspielen, ihr eigentlich defensiv ausgerichtetes Spiel in die Offensive verlagern und schließlich eine 3:0-Führung mit in die Pause nehmen. Als die beiden dezimierten Fünfzehnen aber wieder aufs Feld zurückkehrte, zeigte sich, wie sehr sich die Zurückhaltung der Rekmehis gelohnt hatte. Während die meisten Drachen aufgrund der drückenden glutgleichen Temperatur kaum noch zu stehen vermochten, schienen die Merkemer noch immer beinahe in der gleichen Verfassung wie zu Beginn der Begegnung. Deshalb war es der Heimfünfzehn nun ein leichtes, das Heft in die Hand zu nehmen. Ohne wirkliche Gegenwehr der Váhyter, die sich im ersten Durchgang wahrlich aufgerieben hatten, verlagerten die Rekmehis das Spiel nahezu vollständig vor das Tor ihrer Gegner. Elf Punkte vermochte Merkem zu erzielen und dies war für den Absteiger noch ein schmeichelhaftes Resultat, das durch die außergewöhnliche Leistung von Váhyts Tormann Yussuf ibn Hilan, dem einzigen Drachen, der noch über Kraftreserven zu verfügen schien, unerbittlich aufrecht gehalten wurde. Sogar Merkems Torsteher Alrik Roi, der es irgendwann nicht mehr allein in seinem Kasten aushielt, gelang es, den Kautschukball durch einen geschickten Lupfer im Tor der Váhyter unterzubringen. Nur vermittels eines Konters konnten die Schwarzen Drachen noch einen Ehrentreffen als Schlusspunkt des zweiten Durchgangs im Tor unterbringen. Merkem hieß also der lachende Sieger, der dank einer großen Portion Raffinesse, die man der Auswahl ob ihres sonst so rüden und wenig überlegten Vorgehens kaum zugetraut hätte, das Spiel für sich entschied.

© David de Kleijn


 

Harkon Solwes Kommentar

Eine demütigende Niederlage, was will man groß anderes dazu sagen!

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