| Nr. 1 Aldur Alrik Redelberg (Gelage)
Na dann, laßt uns mal zünftig einen Heben. Kaum hatte Aldur Alrik Redelberg diese Worte gesprochen, als auch schon die Tür zu einem benachbarten Langhaus aufflog und man ihn sanft aber bestimmt durch die Tür ins innere schob. Der Raum, mit zahlreichen Tischen und Bänken ausgestattet verströmte das typische Flair einer Kneipe, die schon mehr als eine Schlägerei gesehen hat. Mit leichtem Druck auf die Schultern wurde Aldur Alrik auf seinen Platz gedrückt und Gunnar nahm ihm gegenüber Platz. Kaum das die Beiden saßen wurden auch schon zwei zinnerne Krüge vor ihnen abgestellt, aus denen der scharfe Geruch von Premer Feuer stieg. Der Lärmpegel in der Kaschemme nahm zu als Beide die Krüge an ihr Lippen setzten und bravourös in einem Zug leerten. Die Krüge hatte noch nicht einmal die Tischplatte berührt als auch schon die Nächsten vor den Kontrahenten standen. Wieder stieg der Lärmpegel in der Kneipe, als Beide wieder die Krüge hoben. Doch diesmal viel es ihnen sichtbar schwerer die Krüge zu leeren und vereinzelt war ein ersticktes Grunzen zu hören als der Inhalt die Kehlen hinunter rann. Sowohl Aldur Alrik, als auch Gunnar zeigten bereits ein leicht rotes Gesicht als man die dritte Runde vor ihnen abstellte. Diesmal schien nur der Gast aus Fernen Landen Probleme mit dem Trinken zu haben, während Gunnar der Krug auf mannhafte Weise leerte. Was war das, schwankte der Fremdling etwa schon auf seinem Platz? Tatsächlich schaffte er es kaum den vierten Krug zu greifen, was dem Thorwaler gegenüber ohne größere Probleme gelang. Auch das Trinken dauerte diesmal etwas länger, jedoch setzte Gunnar der Krug bereits ab als Aldur Alrik noch einige Zeit daran zu hängen schien. Doch dann passierte das unfaßbare, der Herausforderer, Aldur Alrik, kippte rücklings von seinem Platz auf der Bank und als nächstes hörte man nur noch die würgenden Geräusche, als der gute Premer sich seien Weg zurück die Kehle hinauf bahnte um schließlich auf dem blanken Boden zu landen.
Nr. 2 Zordan Zandor (Gelage) Furchtlos schalt es zurück "Nun denn, laßt uns, unseren Gaumen befeuchten." Die Zuschauer lauschen bedächtig diesen forschen Worten, wenn nun schon ein Magier den Weg in die Trinkhalle antritt, was soll dann aus dem schönen Kampfring werden. Doch die Anwesenden trauern nicht lange um die verflossenen Chance einen Keilerei und gesellen sich in das rustikale Ambiente des Langhauses. Mit freundlichen aber bestimmten Worten, wird Zordan an seinen Platz gebracht und ein scheinbar frischer Gunnar nimmt ihm gegenüber Platz. Der Lärmpegel hält sich zu so früher Stunde noch etwas zurück, was aber der Stimmung in der Halle keinen Abbruch tut. Der Wirt packt die Humpen aus und füllt sie bedächtig mit der klaren, kräftig riechenden Flüssigkeit, die man extra aus dem fernen Prem einführt. Mit leisem Glucksen rinnt das Feuer in die Krüge, ehe eine der Schankmaiden sie an den Tisch der Kontrahenten bringt. "Das Wohl!" schallt es durch den Raum, als die Beiden die Krüge anheben und die Flüssigkeit langsam ihre Kehlen hinunter rinnt. Mit großen zügigen Schlucken leert Gunnar seinen Humpen und als man sein Gesicht wieder sieht, hat er bereits deutlich eine ziemlich rote Nase. Anders jedoch Zordan Zandor, der Magier scheint sich noch nicht so recht mit der Größe der hiesigen Schnapsgläser angefreundet zu haben, denn man hört ihn mehrere Male in seinen Humpen hinein husten und auch sein Tempo ist bei weitem nicht mit dem des Thorwalers zu vergleichen. Doch dann hat es auch der Elementarmagier geschafft, seinen Krug mit kräftigen Schwung auf den Holztisch zu knallen und somit das Zeichen für die zweite Runde zu geben. Wieder greift der Wirt zu den schweren Zinnkrügen um sie langsam mit dem edlen Gesöff zu füllen, während dessen versucht dieser Fremdling doch tatsächlich Konversation zu betreiben, doch mit solch plumpen Versuchen Gunnars Konzentration zu stören kommt er nicht weit. Das Publikum steigert seine Lautstärke, so das niemand mehr etwas versteht, doch Swafnir sei Dank, da kommen auch schon die Humpen für die nächste Runde. Zordan, diesmal bestrebt die Geschwindigkeit seines Gegners zu halten, schüttet das Gesöff nur so in seinen Rachen, während Gunnar diesmal eher zu nuckeln scheint. Der laute Knall von Zordans Humpen schallt bereits durch die Halle, als Gunnar mit glasigen Augen den noch halb vollen Humpen von den Lippen nimmt. Doch der Krug hat noch nicht einmal die Tischplatte berührt, da sackt der thorwalsche Hüne auch schon auf den Tisch zusammen. Tja, es kann wohl keinen Zweifel geben, Zordan hat gewonnen. Der hocherfreute Magier erwachte am nächsten Abend recht glücklich, auch wenn die zahlreiche Prellungen und das Blaue Auge noch etwas schmerzten. Aber das sind nun mal die natürlichen Auswirkungen einer thorwalschen Diskussion zum Thema "der Magier hat Gunnar verhext". Trotzdem wurde Zordan Zandor am Ende doch recht herzlich im Dorf aufgenommen und auch über die überlassene Schlafstadt braucht man sich nicht zu beschweren. Nun noch ein kurzer Ausflug ins Dampfbad und der Abend kann beginnen.
Nr. 3 Zordan Zandor (Rauferei/Gelage) - zum zweiten Mal Als Zordan am nächsten Morgen aus der Trinkhalle gekrochen kommt, kann er kaum noch aufrecht stehen, geschweige denn gehen. Thorwaler Bier, Thorwaler Schnaps, Thorwaler Grütze, Thorwaler Bier, Thorwaler Schnaps, Thorwaler Grütze, Thorwaler Bier, irgendwie hatte Zordan Zandor jetzt den Faden verloren als er zurück in sein Strohbett kroch. Hatte er heute Nacht schon wieder ein Wettzechen absolviert? Hatte er das nicht schon gestern getan? Und vorgestern auch, oder trügte ihn da seine Erinnerung und was war mit dem Tag davor? Irgendwie schien alles ineinander zu verschwimmen. Dunkel dämmerte eine Lektion in ihm herauf, die sich intensiv mit der schädlichen Auswirkung von Alkohol befaßt hatte und das ihm, einem der normalerweise mit extrem fiesen Tricks zu kämpfen pflegt. Ein lautes Dröhnen unterbrach Zordans Gedankengänge, als einer der Thorwaler auf Zehenspitzen zu seiner Hütte schlich. Nicht mal die Augen konnte der Magier offenhalten, sosehr hatten ihn die tagelangen Trinkgelage mitgenommen. Scheinbar hatte seine Denkfähigkeit generell abgenommen, oder waren das nur die Nachwirkungen der Eichengalle, die er gestern Nacht getrunken hatte? Der schauerliche Morgenruf eines Hahnes fuhr Zordan in die Knochen. Schwankte der Boden in Thorwal schon immer so? Ein seltsames Gefühl machte sich in Zordans Magen breit, ein eckliges Gefühl, ein Gefühl als wolle irgend etwas seinen Magen auf unnatürliche Weise verlassen. Tatsächlich, das Würgen begann schon, als Gunnar und Leif, die Beiden Thorwaler vom Vortag oder dem Tag davor? ihn einholten und kräftig auf den Rücken schlugen. Zordan Zandor ging in die Knie, kein Wunder, wenn sich zwei Thorwaler mit jeweils mehr als 100 Stein auf dich werfen dachte er so bei sich, als der Schlamm der Straße näherkam. Jetzt wo du schon mal hier unten bist, kannst du auch gleich den Rest erledigen, murmelte Zordan mehr zu sich selbst, als er sich endlich übergab. Vier kräftige Hände packten ihn und zogen ihn wieder auf die Beine, "Zordan mein Guter" setzte einer der Thorwaler an, der Magier war sich nur nicht mehr so sicher ob es jetzt Gunnar oder Leif war der gesprochen hatte. "Genug ist Genug" diese Worte kamen von dem Anderen. Zordans Gehirn fühlte sich an, als würde es in seiner Hirnschale hin und her schwappen, doch die Beiden hörten nicht auf zu reden. "Vier Tage lang Suff, jetzt ist Schluß" obwohl die Worte ziemlich gelallt waren verstand Zordan doch denn Sinn dieser Botschaft, "Du frißt uns unsere ganzen Vorräte weg." "Das Wohl!" Scheinbar waren sich die Beiden einig. Was war den das? fragte sich der Magier, wollten die ihn etwa rausschmeißen? "Guck nicht so, du weißt schon was gemeint ist" "Das Wohl!" Zordan konnte es nicht fassen, ihn warf man hinaus, ihn. Das konnte er nun wirklich nicht zulassen. Mit ganzer Kraft stürzte er sich auf den, den er für Gunnar hielt und packte ihn am Kragen. Ein seltsames Paar das dort am Boden lag und sich gegenseitig trat. Schon allein der Gewichtsunterschied verschaffte dem Thorwaler einen ziemlichen Vorteil, wie man merkte, als er Zordan mit dem Gesicht in dessen eigenes Erbrochenes drückte. Ein, zwei Tritte versuchte der Elementarmagier noch anzubringen, doch da wurde er auch schon von dem Thorwaler nach oben gerissen und mit einem Leberhaken versehen sank er abermals wieder zusammen. Ein vielstimmiges "DAS WOHL!" Begleitet den Weg von Zordan, der nun eindeutig in Richtung des Dorfausgangs geprügelt wurde. Die Gegenwehr des Magiers erlahmte zusehends, er hatte einfach den thorwalschen Fäusten nichts entgegenzusetzen, nicht einmal einen Ehrentreffer konnte er landen, bis Gunnar's Wut endlich eine Halbe Meile vom Dorf entfernt verraucht war. Man soll eben einen Thorwaler nicht vier Tage hintereinander unter den Tisch saufen, durchzuckte es Zordan, doch nun war es zu spät, er konnte von Glück reden wenn er in dem Zustand noch nach Hause kam.
Nr. 4 Odin Torgalson (Axtkampf/Gelage) Beinahe wollte Odin schon "Alles Drei" rufen, entsann sich dann aber eines besseren. "Die Axt für deinen Kopf und das Feuer für deinen Magen" rief er den Anwesenden entgegen. Ein leichtes Raunen ging durch die Menge als Leif, zu lachen begann und Gunnar die Axt reichte. Der Hetmann trat heran und blickte den beiden Kontrahenten tief in die Augen. "Zehn Schläge geb ich jedem von Euch Landratten. Wer danach noch am Besten aussieht hat diesen Wettstreit gewonnen." Ein guter Vorschlag, wie einige der Anwesenden meinten, nachdem sie den Fremden etwas genauer gemustert hatte. Der leichte Plattenharnisch auf der ledernen Kleidung erweckte er den Eindruck eines Söldlings, doch das Wappen sprach eine gar seltsame Sprache, die Stimme des Fremden sprach jedoch eindeutig thorwalsch. Gunnar machte sich ohne große Sorgen frei um mit der Axt besser hantieren zu können. Beide Kontrahenten stellten sich dann gegenüber auf dem Platz auf ehe Odin Torgalson, der Herausfordere, den ersten Hieb führte, dem der Lokalheld jedoch spielend aus dem Weg tänzelte. Ein Lächeln legte sich auf das Gesicht des Torgalson, als er den zweiten Hieb direkt von unten nach oben führte, ohne dem Gegner auch nur einen Moment Zeit zu lassen. Das Klirren der Waffen hätte jeden Schmied in Erregung versetzt, als Gunnar mit geschickter Hand den gegnerischen Schlag abfing. Dann endlich ging auch er in die Offensive und der aus der Drehung heraus erfolgende Schlag konnte von Odin nicht mehr aufgehalten werden. Ein häßliches Geräusch entstand als das Blatt der Axt über die Panzerplatte schrammte und dabei den Wappenrock, mit dem roten Löwen und dem Drachenschiff, zerriß. Doch dies war nicht der Zeitpunkt zum Atemholen, denn schon erfolgte der nächste Schlag Gunnars, der die Axt ein kurzes Stück nach oben riß um sie gleich wieder gegen den Kontrahenten zu führen, ein langsamer Schlag der Odin keine großen Mühen bereitete. Jetzt waren Beide in Lauerstellung und umtänzelten sich, bis plötzlich Gunnar nach vorne schnellte und zum Angriff überging. Knapp nur schaffte es Odin den machtvollen Schlag zu parieren und es kostet ihn sichtbar Kraft gleich nachzusetzen und auf den Gegner, Gunnar, loszugehen. Eine dreifache Schlagserie, die jedoch von Gunnar, dem Roten, Harlson leicht abgewehrt wurde. Manche der Zuschauer glaubten ihren Augen kaum, so schnell war die blitzende Axt Gunnars zum Angriff übergegangen. Ebenfalls eine Dreierserie, den ersten Schlag konnte der Thorwal Krieger, mit dem zerschlitzten Wappenrock gerade noch abfangen, der Zweite ging nur einen Hauch an seinem Arm vorbei, doch der Letzte grub sich tief in die Hüfte hinein. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob er die Axt abermals um nun seinerseits endlich den dringend notwendigen Treffer zu erzielen und wuchtig lies er seine Schläge fallen, doch vermochte er es nicht die Deckung seines Gegners zu durchdringen. Gerade wollte er wieder zum Schlag ansetzen, als die Stimme des Hetmanns frostig dazwischenfuhr. "Haltet ein Odin Torgalson, ihr hatte Euere zehn Schläge, doch keiner von ihnen traf 'den Roten', so ist der Ausgang dieses Kampfes wohl geklärt. So laßt Euch nun verbinden und wir erwarten Euch in der Halle, zu Eurem zweiten Wettstreit". Mit einigem Gelächter aus der Mitte der Zuschauer wurde der angeschlagene Krieger zum Heiler gebracht, der ihm eine Breiumschlag auf die Hüfte legte und es ordentlich verband.
Nr. 5 Hagar (Rauferei) "Ich Hagar, der große Tätowierte, werde dich in Grund und Boden schlagen!" Diese ziemlich brüsk vorgetragene Aussage lies eine Sorgenfalte auf Gunnars Stirn entstehen, so das er sich flux erst einmal Rechts und Links umsah, ehe seine Augen den gesuchten Gefunden hatten. "Leif, das ist ein Fall für dich." rief Gunnar einem etwas muskulöserem Thorwaler zu. Mit einem breiten Lächeln registrierte er auch, das sich der angesprochenen zügig auf den Dorfplatz begab. Hagar höhnte "Was schickst du jetzt deinen Hündchen vor? Du bist wirklich jämmerlich." Gunnar sah das offensichtlich nicht so, denn er deutete mit dem Finger nur auf einen Punkt hinter Hagar und als dieser sich umdrehte um zu sehen was den dort sei, hatte er auch schon Leifs Faust im Gesicht. Solch ein vorgehen wollte sich der kühne Hagar, dessen Körper über und über mit Äxten behängt war natürlich nicht gefallen lassen. Eifrig hob er die Fäuste und versuchte seinem Gegenüber einen Schwinger zu verpassen. Doch dieser verfehlte wohl sein Ziel, denn schon landete Leifs Fuß krachend in Hagars Kniekehle und lies diesen kühnen Thorwaler erst einmal auf die Knie fallen. Es folgte eine ziemlich üble Prügelei, Fußtritte und Schläge Hagars wurden mit voller Wucht vorgetragen, doch wurde er zusehends von seiner groben Lederkleidung und den zahlreichen Waffen, die er bei einem solch eifrigen Beginn natürlich nicht ablegen konnte, behindert. So war es kaum ein Wunder, das er seinen Gegner zwar häufiger streifte, jedoch nie wirklich einen massiven Treffer anbringen konnte. Ähnlich erging es jedoch auch Leif, nachdem er zu Beginn mehrere schöne Leberhacken und Fußtritte anbringen konnte, ging ihm doch bald die Luft aus. einzig der letzte Schlag den er anbrachte war eine wahre Augenfreude, Hagar duckte sich gerade nach unten um einem vermeintlichen Fußtritt des Lokalhelden auszuweichen und lief damit direkt in einen wunderschönen Schwinger Leifs hinein. Diesen Treffer überstand nicht einmal ein Muskelpaket wie Hagar, mit einem dumpfen Schlag brach sein Körper auf dem Dorfplatz zusammen und dort würde er wohl immer noch liegen, wenn ihn nicht ein freundlicher Mensch in den Wassertrog geschmissen hätte um ich wieder aufzuwecken.
Nr. 6 Odgrid Hammerbart (Gelage) "Bemerkenswert" ein Wort das ziemlich untypisch für einen Thorwaler ist und dementsprechend für aufsehen auf dem Dorfplatz sorgt. Doch was da gerade ins Dorf geschneit ist, ist schon wirklich bemerkenswert, hat sich doch ein Zwerg hierher verirrt. ![]() In dem kleinen thorwaler Dorf saßen die Bewohner nach dem vollbringen ihres Tageswerkes friedlich zusammen als plötzlich etwas merkwürdiges geschah. Ein seltsames graues Wabern bildete sich auch dem Dorfplatz und die Bewohner wichen furchterfüllt zurück. Da torkelte doch tatsächlich ein Wesen aus diesem Wabern heraus und erfüllte die Herzen der Menschen mit Furcht. Doch siehe da, das Wesen war ein Mensch. Nach seinem Aussehen und seiner Kleidung zu urteilen ein Geck wie man ihn nur aus südlich gelegenen Landen kennt, mit denen man nicht gerade freundliche Beziehungen pflegt. "Ein liebfelder Magier!" rief einer der umstehenden, doch der Fremdling tat doch tatsächlich so, als würde er nicht verstehen. "Die Sau nehm' ich mir vor!" rief Gunnar da und stürzte sich mit blanken Fäusten auf den Fremdling. Eine von rechts und eine von links und der Fremde sah ziemlich verwirrt aus. Doch reflexartig brachte er seine Fäuste in die Höhe und konnte den angedachten Kinnhacken Gunnars abwehren. Aber wehe ihm, der mit den rüden Methoden der Thorwaler nicht vertraut war, denn ein Knie, das plötzlich angezogen wird, kann gar grausame Schmerzen verursachen. Die Tränen traten dem Fremden in die Augen als er in die Knie sackte um sich seine schmerzenden Weichteilen zu nähern, wie man die verkrümmte Haltung auf dem staubigen Dorfplatz wohl lyrisch am besten beschreiben sollte, ohne sich von der Schlichtheit des thorwalschen Gemütes zu weit zu entfernen. Das Ergebnis konnte jedoch eindeutiger nicht sein. Gunnar packte den eitlen Gecken am Schlawittel zog ihn daran hoch und warf ihn durch das graue Wabern dorthin, woher er gekommen war. Ein langer gellender Schrei in einer fremdartigen Sprache begleitete den Sturz des Fremden und das Wabern stürzte in sich zusammen. Auf diesen Schrecken musste der Wirt doch tatsächlich Freibier ausschenken, entweder das oder eine demolierte Halle!
Nr. 8 Odin Torgalson (Axtkampf) - zum zweiten Mal "Das letzte Mal mögt ihr mich gerupft haben, doch diesmal werde ich es euch gleich tun" markige Worte die der Fremdling der versammelten Gemeinschaft auf dem Dorfplatz entgegenrief. Gunnar rieb sich die Augen und Leif kratze sich am Kopf. "Das wohl Fremder, aber solltet ihr nicht zuerst auf die Frage warten?" erklang die Stimme des Hetmanns, doch in diesem Augenblick blitze das Feuer der Erkenntnis in Gunnars Augen auf und er rief "Lass gut sein, den kennen wir doch schon!" und auch Leif und einige der Anderen schienen sich plötzlich zu erinnern. "Oh ja genau der!" "Wie hieß er noch gleich?" "Odin war der Name glaub ich!" "Gunnar hat ihm den Hosenboden stramm gezogen." "Und was will er dann hier wen Gunnar ihn schon vermöbelt hat?" ein wahres Wirrwarr von Stimmen die über den Platz folgen, doch die Stimme des Neuankömmlings übertönte das Getuschel leicht. "Was soll ich schon wollen, diesmal will ich ihm den Hosenboden strammziehen!" Da, jetzt war es gesagt, einer hatte doch tatsächlich den Mut sich ein Zweites mal mit Gunnar messen zu wollen. "Also gut mein Freund. Willst du wieder zehn Schläge führen und dann die Halla leer Saufen?" eine Stimme die vor lauter Spott nur so troff. Aber Odin blieb scheinbar ungerührt, nur sein unordentlicher Pferdeschwanz schwanke etwas stärker als er den Kopf zurückriss um Gunnar die Antwort zu geben, die dieser verdiente. "Nein du Landratte, diesmal will ich dich nur mit der Axt vermöbeln. Das Wohl!" Aufregung machte sich auf dem Platz bemerkbar endlich wieder ein Kampf auf den man sich freuen konnte. Jawohl ein Kampf mit Trinkgelage und Festmahl wenn er erst gewonnen war, ganz so wie die Sitte es verlangte. Der Hetmann murmelte noch etwas in seinen Bart, ehe er vortrat, "So sei es denn, wiederum steht ihr Euch gegenüber und wiederum habt ihr zehn Schläge um zu beweisen wer der bessere ist. Stellt Euch also auf und beginnt!" Genauso stumm wie Odin zuvor greift nun Gunnar an, ein wahrlich fulminanter Schlag, der Odins Blockade hinwegfegt und wieder ist diese Geräusch einer Krötenhaut zu hören, die ihre Dienste tut, diesmal jedoch auf Seiten Odins, dessen zerschlissener Wappenrock dadurch noch mehr Schaden nimmt. Der "Nachschlag" von Gunnar verpufft jedoch wirkungslos im Erdreich der Dorfplatzes. Odin fasst sich ein Herz, nein verlieren will er hier nicht noch mal, also lässt er eine ganze Schlagserie auf Gunnar los, einmal rechts, einmal links und wieder rechts und Gunnar hat seine liebe Not all diese Hiebe abzufangen. Doch da, beim letzten Schlag Odins ergibt sich eine Lücke, die Gunnar gekonnt ausnutzt, schade nur das Odin das ganze bald genug durchschaut und pariert. Doch jetzt ist Gunnar in fahrt und lässt seinerseits eine Schlagserie auf den Herausforderer niederprasseln, doch scheinbar hat er sich maßlos überschätzt oder den Gegner unterschätzt, denn Odin tänzelt geradezu vor den Hieben davon, so dass keiner auch nur in seine Nähe kommt. Wut steigt in Gunnar auf und er holt noch einmal zu einem gewaltigen Schlag aus. Das knirschen der Axtschäfte ist deutlich zu hören als Odin seine Axt geistesgegenwärtig zur Abwehr erhebt. Gunnar scheint erschöpft zu sein und zieht sich etwas zurück. Eine Gelegenheit auf die Odin nur gewartet hat, routiniert lässt er wieder eine Schlagfolge auf Gunnar herniederregnen, dass einem ganz Angst und Bange werden könnte und tatsächlich, auf Gunnars Arm zeigt sich plötzlich Blut von einem Riss. Da hat ihn Odin doch tatsächlich erwischt, genau das richtige Zeichen für diesen wieder setzt er zum Angriff an doch die Stimme des Hetmanns erschallt plötzlich "Haltet ein Odin, ihr hattet eure zehn Schläge und zwei Treffer, wirklich gut muss man sagen, doch Gunnar, du hast noch zwei!" Wer in diesem Augenblick ins Gesicht Gunnars blickte der konnte nur eins sehen, diebische Genugtuung, jetzt war er in seinem Element. Langsam und zielstrebig geht er auf seinen Gegner zu, der sich zwar noch verteidigen darf, aber einen solchen Angriff in aller Ruhe ausführen zu können, das bringt doch einige Vorteile mit sich. Gunnar stellt sich breitbeinig auf und wischt sich das Blut vom Arm. Die Axt ruht derweilen auf dem Boden. Er reibt sich die Hände und plötzlich greift der den Schaft der Axt und man sieht nur noch ein flirren und dann hört man einen unterdrückten Schmerzenslaut von Odin. Dieser war zwar zurückgesprungen, ganz hatte es jedoch nicht gereicht. Blut aus einer Wunde am Oberschenkel war zu sehen und auf Gunnars Axt zeigte sich ein leichter Film vom Blut seines Gegners. "Vielleicht heiß ich ja deshalb der Rote?" lachte er seinem nun ebenfalls angeschlagenen Gegner ins Gesicht und wieder wischte er sich die Hände ab. Die Spannung konnte kaum größer sein, ein einziger Schlag noch und den durfte auch noch Gunnar führen, dessen Gesicht nun einen grimmigen Ausdruck zeigte. "Das wohl!" brüllte er und gleichzeitig riss er die Axt in die Höhe. Ein gewaltiger Schlag, wahrlich gewaltig, Odin brachte zwar seine Axt dazwischen, doch ein hässliches splitterndes Geräusch erklang als sein Axtstiel zerbarst. Glück im Unglück den dadurch wurde Gunnars Axt abgelenkt und wiedereinmal bohrte sie sich in die Erde. "Nun denn," der Hetmann erhob wieder seine Stimme "ein Unentschieden, so soll es denn sein, wir werden dir die Gastfreundschaft gewähren!" Somit ist es entschiede, auch wenn die eisten Bewohner mit einem Unentschieden wohl nicht wirklich Glücklich sind.
Nr. 9 Tarabas ter Nekrad - Wettzechen Die Tage werden länger in dem kleinen thorwalschen Dorf irgendwo in dem kalten Land das diese harten Männer und Frauen aus dem Norden ihre Heimat nennen. In unserem kleinen Dorf trug es sich also zu, dass eines Tages wieder ein Fremder auf den Dorfplatz kam. Wie üblich bei solchen Begebenheiten ließen die Frauen und Männer die Arbeit sein und sammelten sich teils schmunzelnd, teils offen Grinsend auf dem Platz. Freudestrahlend trat auch Gunnar heran. Etwas so seltsames wie diesen Kerl hatte man hier schon lange nicht mehr gesehen. Eine festlich, ja gar wohlhabend wirkende Robe trug der Gast und die typischen Utensilien, die diesen Menschenschlag unverwechselbar machten. "Ihr seit ein Magier HÄ?" Als der Besucher wohlwollen nickte, fuhr Gunnar fort "Ihr kennt die Regeln hier?" Ein weiteres Nicken. "Ihr seit heute nicht gerade gesprächig was? Seit ihr etwa eingeschüchtert?" Fragen auf die keine Antwort fiel. "Dann sag wenigstens Deinen Namen und für was du dich entschieden hast." Der Magier zog spöttisch seine Augenbraue nach oben "Mein Name ist Tarabas ter Nekrad und ich werde Euch problemlos unter den Tisch trinken" Der südländische Akzent war unüberhörbar und Gunnar sah den Kerl jetzt mit wachsamen Augen an. "Ziemlich sportliche Figur, aber verträgt so einer was?" fragte er so bei sich. Dann entsann er sich seiner Gastgeberpflicht setzte ein breites lächeln auf "Na dann komm mal in die Halle, da werden wir ja sehen ob du thorwalsches Bier und Schnaps verträgst. Im übrigen ich bin Gunnar der Rote!" Als sie so festen Schrittes der Trinkhalle entgegengingen fiel Gunnar plötzlich etwas auf. "Sag mal, ist dir bewusst das deine Ohren ziemlich seltsam aussehen?" "Als Halbelf sehen sie schon richtig aus!" war die leicht schnippische Antwort. "Jaja schon gut, aber bist du sicher das du die richtige Disziplin gewählt hast?" machte Gunnar, nach einem Seitenblick auf die schuppenbewehrte Robe, weiter. "Ja durchaus!" 'Scheiß Snob - fast so schlimm wie einer der Horasier' dachte Gunnar, als er sich mit wohligem Stöhnen auf seinen Stammplatz fallen lies. Tarabas wurde ihm gegenüber platziert und eine neugierige Menge umstand die Beiden, wohlwissend eine Gasse für die Schankmagd freihaltend. Diese kam auch schon mit einem Arm voller Humpen an und teilte jeweils drei Maßkrüge für jeden aus. "Auf geht's!" beschied Gunnar und griff zum ersten Krug, der geschmeidig und wohlschmeckend seine Kehle hinunter ran. "Auf geht's" erwiderte der Halbelf und hob ebenfalls seinen Krug. Der würzige Geruch des Malzes und des Brauhopfens drang in seine Nase, als er den ersten tiefen Zug nahm. Ein wohliges Gefühl breitete sich in Beiden aus, als diese gemeinsam zum zweiten Krug griffen und diesen langsam aber sicher ihre Kehlen hinuntergleiten ließen. Die Schankmagd, die die Rituale ja zu genüge kannte, brachte dann auch schon den richtigen, den harten, den innerlich brennenden die Mageninnenwände angreifenden thorwalschen viermal gebrannten Schnaps und den auch noch in Humpen. Das Massaker konnte also jetzt richtig losgehen. Um nicht als schlechter Gastgeber dazustehen hob Gunnar den Humpen auch sogleich an seine geschürzten Lippen und ließ das edle Gesöff langsam die Kehle hinunter laufen. 'Am Anfang geht das immer noch' dachte er so bei sich, als er sein Gegenüber dabei beobachtete wie es dieser ihm langsam nachtat. 'Alter Angeber!' schmunzelte unser thorwalscher Held, als er bemerkte das der Halbelf sich wesentlich länger Zeit ließ das scharfe Getränk zu leeren. "Bei Swafnir auf dein Wohl!" stieß der Lokalmatador hervor als er sich flugs den nächsten Humpen schnappte und diesen hinunterstürzen wollte. Doch Tarabas der sich auf den Wettbewerbscharakter dieses Saufgelages besonnen hatte, war ihm glatt zuvor gekommen und hatte das Gesöff ohne zu schlucken in seinen Magen befördert. Mit rotem Kopf verfolgte der Magier wie Gunnar die letzten Tropfen schluckte und ihn dann mit leicht glasigen Augen ansah. Auch die nächsten beiden Runden bestanden die beiden Kampftrinker ohne größere Probleme, auch wenn das Sprechen ihnen ziemlich schwer zu fallen schien. "Waaaaaa... Waaaaaaaaaaa...." setzte Tarabas an um dann doch aufzugeben und der Schankmagd nach dem nächsten Humpen zu winken. Zumindest sollte dieser akrobatische, im Sitzen ausgeführte Akt, wohl so etwas wie ein Winken sein. Die Magd jedoch, daran gewöhnt, hatte verstanden und stellte den nächsten Humpen auf den Tisch. Gunna sah gar nicht gut aus, als er versuchte nach dem Henkel zu greifen und seine Hand diesen zweimal verfehlte. Der halbelfische Magier hatte damit eindeutig noch keine Probleme, auch wenn seine Augen samt Kopf zunehmend durch die Gegend rollten. Doch auch diese Ladung starken Schnapses gab noch keinem der Beiden recht. Beide starrten nun stur vor sich auf den Tisch und schienen den neuen Krug gar nicht zu bemerken. Erst ein freundlicher Klaps von Sven, machte den Dorfheroen auf den neuen Stoff aufmerksam. Gefühlvoll, in mittlerweilen vier Anläufen, nahm der den Krug auf und trank ihn aus. Nunja, zumindest Torke hatte den Anstand sich über den verschütteten Schnaps zu beschweren. Der Magier, inzwischen aus seiner "Trance" erwacht hatte den Krug nun auch erspäht und ihn, welch Wunder, ohne Probleme an den Mund geführt. Er kräftiger Schluck, dann zwei, dann ein Dritter und Tarabas ter Nekrad, stolzer Vertreter der halbelfischen Magierschaft sank besinnungslos unter den Tisch. Gunnar beobachtete diesen Vorgang äußerst gelassen aus zusammen gekniffenen Augen und röchelte irgend etwas unverständliches in die Menge, die in diesem Moment laut zu jubeln begonnen hatte. "Ein Hoch auf Thorwal, Hoch Swafnis, Das WOHL!" Gunnar, kämpferisch wie immer schaffte es noch eine halbe Stunde lang wach zu bleiben, bevor auch bei ihm die Lichter ausgingen. Tarabas ter Nekrad hingegen, fand sich am nächsten Morgen, mit einem furchtbaren Kater an einem Baum, weit außerhalb des Dorfes wieder, so wie es gute alte Tradition und Sitte in dem kleinen thorwalschen Dorf ist.
Nr. 19 Bea Czenic - Axtkampf Zwei Tage war es jetzt her, als die Sonne hell und freundlich auf den Wald schien als Bea Czenic damals auf die Wiese trat. In der ferne konnte sie eine Ansiedlung im klassischen Stil der Thorwaler ausmachen. Frohgelaunt in dieser Wildnis auf Menschen zu treffen nahm sie die Beine in die Hand. Vielleicht gab es ja dort die Möglichkeit neue Bekanntschaften zu machen, ja sogar Freundschaften zu schließen. Die schmächtige, junge Frau erregte sogleich Jurgas Aufmerksamkeit, so ungezwungen wie die sich der Siedlung näherte musste die ne Fremde sein. Sie gab ihrem kleinen Sohn Tjore einen Stupps, "Sag mal Gunnar wir kriegen Besuch!" Da waren sie gewesen, die magischen Worte die einen erneuten Feiertag für die Menschen hier bedeuteten, das war einer der Gründe warum sie die Regeln aufgestellt hatte, dass sie ihren Spaß mit den wenigen Fremden wollten, dass und die Geschichte mit dem Bären, aber die stand auf einem anderen Blatt Pergament. Bea betrachtete verdutzt das große Schild das man am Tor der Palisade angebracht hatte. Einen Wettkampf musste sie bestehen? Eine Prügelei, einen Axtkamp oder ein Wettzechen? Das waren ja schöne aussichten. Aber das Tor war offen, also ging sie hinein. Eine Menschenmenge schien sie auf dem freien Platz zu erwarten, der sich zwischen den Langhäusern befand und einige wirklich grobschlächtig aussehende Kerle grinsten sie fröhlich an. "Wofür hast du dich entschieden Kindchen?" fragte der Älteste von Ihnen in die Runde hinein. Allein die Anrede Kindchen ärgerte sie schon, aber dass konnte sie sich ja nicht anmerken lassen. Also ging sie einen Schritt vor und sagte mit lauter und deutlicher Stimmer "Da ihr mir Bogenschießen nicht anbietet wähle ich den Axtkampf! Aber damit!" Bei diesen Worten zog sie ihre beiden Dolche. Gunnar fielen beinahe die Augen aus dem Kopf und einige der Bewohner fingen das Kichern an. "Ist das dein Ernst?" fragte der Sprecher und Bea nickte entschlossen. Gunnar kratzte sich derweilen am Kopf und schüttelte diesen schließlich ungläubig. "Mit den beiden Zahnstochern gegen ne Axt?" fragte er ungläubig und sah sich hilfesuchend um. Aber die Hilfe kam nicht, er musste sich wohl oder über selber aus dieser Lage befreien. Wenn die kleine nicht so niedlich gewesen wäre, hätte er sie vielleicht einfach links liegen gelassen aber so... "Also gut. Also gut!" murrte er und nahm seine Streitaxt auf. "Das mag was werden!" "Die Regeln sind einfach, jeder hat 10 Schläge..." der Dorfälteste hielt inne "äh, naja du zehn Stiche ... oder so!" eine Äußerung die zu schallendem Gelächter führte. Gunnar stellte sich breitbeinig hin um genug halt für das Axtschwingen zu finden. Wieder schüttelte er den Kopf. "Na dann los!" rief der Älteste. Eine Aufforderung die sich Bea zu Herzen nahm und sofort auf Gunnar zusprang. Dieser versuchte dem unerwarteten Angriff durch einen Satz nach hinten zu entgehen, was ihm nur äußerst knapp gelang. Die Menge hingegen brüllte ein fröhliches "Eins" heraus und grinste ob Gunnars offensichtlichem Unbehagen nur noch breiter. Das ungeschickte Ausweichen beflügelte Bea nur noch mehr, so das sie sofort nachsetzte mit einer geschickten rechts-links Kombination. Damit konnte sie zwar keinen Treffer landen, doch Gunnar sah ziemlich dämlich aus, als er mit einem halben Hechtsprung ausweichen musste. "Jetzt reichts aber brummte er!" eine Ansicht die Bea nicht teilen konnte, der Versuch einer weitere Kombination ging aber gehörig daneben. Ziemlich angesäuert nutze Gunnar diesen Fehler seiner Gegnerin und endlich war auch er in diesem Kampf. Während Bea noch versuchte ihr Gleichgewicht wieder zu erlangen ließ Gunnar der Rote seine Axt herumwirbeln. Ein gewaltiger Hieb, dem die junge Frau nur dadurch entgehen konnte, dass sie sich zu Boden fallen ließ. Vorhersehbar aber mit einiger Wucht ließ Gunnar die Axt in ihre Richtung schnellen. Bea bleib nichts anderes übrig als sich auf dem Boden herumzurollen um der Axtschneide zu entgehen. "Verdammt" knurrte der Lokalmatador als er die Axt aus dem Boden zog. Eine Atempause die Bea nutzte um wieder auf die Beine zu kommen, doch schon war Gunnar wieder da und wieder ließ er die Axt niederkrachen und diesmal musste die junge Schützin einen Satz nach hinten machen um dem Axtblatt zu entgehen. Das war zu viel für sie, mit einem spitzen, hohen Aufschrei stürzte sie auf Gunnar los, der Kerl hatte doch tatsächlich versucht sie umzubringen. Das war kein Spaß mehr, auch wenn die kleinen Kinder genauso vergnüglich lachten wie die Erwachsenen, das war hier eindeutig nicht nett. Der linke Dolch sollte sich eigentlich in Gunnars Unterarm bohren, doch irgendwie entwickelte er ein Eigeneben, löste sich aus ihrer Hand und flog in einer relativ geraden Linie genau gegen die Wand eines der Langhäuser, wo er mit hellem Klang abprallte und dann auf dem Boden liegen blieb. "Ist das eigentlich zulässig?" ertönte die Stimme des Dorfältesten. Eine kurze, lautstarke Diskussion und dann das Ergebnis "Ach macht schon weiter!" Auf jeden Fall hatte ihr die kurze Unterbrechung genutzt die Fassung wiederzugewinnen, während Gunnar den Dolch in die Menge getreten hatte, wo er verschwunden war. "Verdammt dachte sie." Gunnar war jetzt wirklich angefressen, wollte die ihn lächerlich machen, hier in seinem Dorf. So ging das aber nicht, entschlossen ging er zum Angriff über. Ein wirklich kunstfertig geführter Hieb mit der Axt war das, doch dieses kleine Gör hatte doch tatsächlich die Nerven im letzten Augenblick mit einem Schritt zur Seite auszuweichen. Mit roher Gewalt hob er die Axt erneut an und beinahe wäre sie ihm aus der Hand gerutscht, so das der Schlag ziemlich daneben ging. Diese Chance ließ die Kleine sich natürlich nicht entgehen und schon war er wieder in der Defensive während sie einen, zwei, drei, die Stiche in schneller Reihenfolge gegen ihn austeilte, er kam mit dem ausweichen kaum nach, doch der letzte der Drei ging eindeutig daneben, was Gunnar mit einigen Verrenkungen in Schlagposition brachte. Schon wieder tänzelte sie einfach weg, das darf doch nicht wahr sein, dachte Gunnar, dem langsam der Schweiß auf der Stirn stand. "Wahhhhhhh!" brüllte er und sprang nach vorne, doch auch dieser Angriff ging aufgrund ihrer Beweglichkeit ins Leere. "Verdammt!" der Fluch kam deutlich von Herzen, was die Umstehenden nur zu lautem Gelächter veranlaste. Er ließ sich tatsächlich vom Lachen ablenken, Bea traute ihren Augen nicht und wollte einen Hieb ausführen ... beinahe hätte sie das Gleichgewicht verloren und stolperte nach vorne. Verdammtes Axtloch im Boden und von der Seite kam auch noch ein Chor von Stimmen der ihr zurief. "Der zählt!" Die Röte stieg ihr ins Gesicht. Wut auf diesen groben Klotz. Ein schneller, behänder Satz, genau auf Gunnar zu während der noch über den Einwurf der Menge lachte. Doch keine Chance für sie, blitzschnell trat dieser Klotz zur Seite. Schon setzte sie zu einem weiteren Stoß an, als auch schon eine Stimme erklang "Schluß jetzt du hattest deine zehn schon! Gunnar, du darfst noch drei mal!" 'Ohoh, das war nicht gut!' dieser Gedanke bildete sich plötzlich, als sie das breite Grinsen auf Gunnars Gesicht sah, der sich erstmal demonstrativ den Schweiß abwischte und dann seine Axt in den Händen wog! "Bei Swafnir, wie soll ich das Eichhörnchen denn treffen verdammt!" brummte er in die Menge, machte sich dann aber doch an den Angriff. Zwei demonstrativ langsame Angriffe, denen Bea problemlos ausweichen konnte. Zu guter letzt warf er die Axt nach ihr, was für ihr geschultes Auge kein Problem darstellte. Irgend etwas war jetzt anders, sie konnte eindeutig eine Veränderung der Stimmung im Dorf spüren und als sich Gunnar breitbeinig und mit den Händen in den Hüften vor ihr aufbaute wurde ihr doch etwas mulmig. "Willst du den ganzen Tag hier rumstarren oder gehen wir was trinken?" erklang seine tiefe Stimme und auch heute, zwei Tage später wünschte sie sich inbrünstig das sie nicht JA gesagt hätte und fasste sich bei diesem Gedanken an ihren verkaterten Schädel. |
